Kreativität – Was ist das eigentlich?

Kreativtechniken

„Was ist Kreativität für dich? Oder kreativ?“, frage ich meine Kinder. Brainstorming mit familiärer Unterstützung sozusagen. Ganz ehrlich, da schreibe ich über KreativTECHNIKEN, bin seit Jahren Rollenspielerin (sicherlich nicht unkreativ) und beides macht den Hauptbestandteil meiner Coachingarbeit aus. Also! Grund genug der Sache, äh dem Wort, mal etwas genauer auf den Grund zu gehen, dachte ich und hatte mir überlegt, ein wenig mehr über den Begriff „Kreativität“ herauszufinden und darüber zu berichten. Das Ganze am besten ein bisschen professioneller angehen, nicht einfach drauf los-schreiben, lautete meine Devise. Aber geht das überhaupt?

 

Ein kleines Brainstorming

 

„Kreativ ist, seine Fantasie schweifen zu lassen… , und dann… bunte Berge zu malen. Oder lila Bäume.“

Das war das persönliche Brainstorming-Ergebnis der Kinder. Und ich muss zugeben, so ähnlich ist auch meine Assoziation, wenn ich meine Gedanken dahingehend schweifen lasse. Aber gibt es da noch mehr? Ist das nur die allgemein gängige Interpretation? Hat sich da vielleicht schon mal jemand genauer mit beschäftigt? Und kann man Kreativität lernen?

„Oh yes!“, so wie ich raus finden durfte! Voll spannend! Hier kommt also jetzt mal ein bisschen mehr Theorie zum Thema Kreativität!

Und nein, es stimmt so nicht, dass man entweder kreativ ist oder eben nicht! Dass Kreativität sozusagen genetisch bedingt ist. Das wäre ein bisschen zu einfach. Die gute Nachricht also: klar, kann man das lernen!! Klar kannst DU das lernen! Macht sogar Spaß, vor allem, wenn ich dabei ins Spiel komme (ins Spiel im wahrsten Sinne des Wortes ;)).

 

Aber von vorn!

Ich hatte also mit Brainstorming begonnen und überlegt, was ich mir persönlich unter Kreativität vorstelle. Und das ist vermutlich auch das, was sich die Mehrheit der Menschheit darunter vorstellt, wenn man sie denn fragen würde.

„Kreative“ sind Maler, Dichter, Musiker…., zusammengefasst Künstler oder gar Genies! Die Unerreichbaren.“ Sie SIND von Natur aus kreativ, die Kreativität wurde ihnen sprichwörtlich in die Wiege gelegt, vererbt oder was auch immer. Sie kreieren Ideen in ihren eigenen Köpfen, sozusagen auf der geistigen, feinstofflichen Ebene, um diese dann in der grobstofflichen Ebene, im Außen, zu empfangen, zu produzieren, zu Papier zu bringen (Song, Bild, Text whatever). Bisschen zu spirituell? Naja, was dieser Schlag Mensch sicherlich tatsächlich gemeinsam hat, ist ein mehr oder weniger stark ausgeprägter Zugang zur eigenen Spiritualität (oder wie du es nennen möchtest). Den Zugang zu den großen Tiefen des eigenen Bewusstseins eben. Produziert wird im Kopf, gefolgt wird der Intuition, entleert ist der Geist dabei scheinbar von automatisierten Vernunft-Gedanken.

Und diese Assoziation ist gar nicht so falsch und beschreibt ziemlich genau eine von VIER „Arten von Kreativität“. Nämlich die sogenannte „spontane, emotionale Kreativität“. Es gibt also sogar einen Fachbegriff dafür.

Ab in die Theorie

 

Denn jaaaa, es hat sich tatsächlich jemand professionell, nennen wir es wissenschaftlich, mit dem Thema auseinandergesetzt! Super spannend, wie ich finde. Soll heißen, es gibt also noch drei weitere „Arten“ der Kreativität Und ein Schema gibt es auch! Für die unter euch, die solche Einordnungen lieben 😉

2004 publizierte ein gewisser Arne Dietrich zum Thema Kreativität aus Sicht der Gehirn- und Neurowissenschaft. Er definierte vier Arten der Kreativität, die ihren Ursprung in unterschiedlichen Gehirnregionen haben und ordnete sie entsprechenden Gehirnaktivitäten zu. Nicht schlecht. Hier kommen das Schema und was dahinter steckt:

Kreativität Arten

1) Willentliche und kognitive Kreativität

 

Für diese Art der Kreativität ist ein bereits ausgeprägtes Wissensfundament zu einem bestimmten Thema nötig, welches dann zu neuen, innovativen, originellen Ideen kombiniert wird. Dieser Kreativitätstyp arbeitet kontinuierlich und konsequent an einem Thema. Es wird so lange experimentiert, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist. Es braucht also Zeit und erfordert Ausdauer, viel Wissen fokussierte Aufmerksamkeit und harte Arbeit. Ein Beispiel für diesen Typen ist Thomas Edison. Er ist der Erfinder der Glühlampe.

2) Willentliche und emotionale Kreativität

Dieser Kreativitätstyp beinhaltet Anteile vom Typ 1, gelangt aber durch Grübeln und Fragen, nicht durch Experimentieren, also im Stillen, selbst über eine Situation nachdenkend, zu seinen Erkenntnissen. Ein Wissensfundament ist nicht notwendig. Oft entsteht ein sogenannter „Aha-Moment“, eine Erkenntnis, eine Idee, die wie aus dem Nichts zu kommen scheint. Es ist jedoch eher so, dass das Gehirn deswegen zu Antworten gelangt, weil eben im Voraus bereits eine Vielzahl von Gedanken „gewälzt“ wurden und dementsprechend verarbeitet worden sind. Um Menschen zu helfen, deren Kreativität auf diese Skala fällt, ist es wichtig, ihnen Zeit zum Nachdenken und Ruhe zu geben.

 

3) Spontane und kognitive Kreativität

Bei dieser Art der Kreativität findet keine bewusste Auseinandersetzung mit einem Problem statt. Es arbeitet der unterbewusste Teil des Gehirns. Die Idee dahinter ist, dass das Gehirn einer Person an der Lösung ihres Problems arbeitet, während sie eine andere, nicht verwandte Tätigkeit ausübt. Ein Beispiel für diese Art des kreativen Denkens ist, wie Isaac Newton über die Schwerkraft nachdachte, während er einen fallenden Apfel beobachtete. Der kognitive Teil dieses Kreativitätstypens bildet das vorausgesetzte Bildungsgerüst. Jemand, der in diese Kategorie fällt, braucht Pausen, um thematisch etwas anderes zu tun, damit sein Unterbewusstsein weiter an dem Problem arbeiten kann.

 

4) Spontane und emotionale Kreativität

Diesem Kreativitätstyp werden Künstler und Musiker zugeordnet. Bewusst arbeitende Gehirnareale und spezifische Wissensgrundlagen werden abgeschaltet und lassen somit Platz für spontane Kreativität. Menschen, die diese Art der Kreativität erfahren, beschreiben sie als sehr mächtig oder gar erleuchtend. Es werden bestimmte Fähigkeiten der künstlerischen, literarischen oder musikalischen Art vorausgesetzt – spezielles Vorwissen auf kognitiver Ebene spielt keine Rolle. Dies ist die einzige Art der Kreativität, die man entweder „hat oder nicht hat“. Sie ist vermutlich einzigartig und individuell verschieden.

Bis auf die spontane und emotionale Kreativität können alle anderen von jeder Person genutzt werden.

 

 

Was alle vier Arten wohl gemeinsam haben:

Es sind Ressourcen nötig, damit Kreativität, egal welche, in Fluss kommen kann. Raum z.B. und Zeit und Freude bzw. Leidenschaft. Ressourcen, die dem Geist die Möglichkeit geben, lauter zu werden als die äußeren Einflüsse, als die Berieselung, der externe Input! Wie sich jeder diesen Raum schafft sei dahingestellt, ist individuell. Raum und Zeit bedeuten nicht zwangsläufig, dass man sich in Stille an seinen Schreibtisch setzen und auf gute Gedanken oder den Geistesblitz warten muss. Viel passiert z.B. bei Bewegung, in Verbindung und im Austausch mit anderen. Und je nachdem welche der vier Arten auf dich zutrifft, auch durch Übung, Übung, nochmal Übung und folglich daraus Expertise.Und wer hätte es gedacht, aber das Persönlichkeitsentwicklungs-Dings spielt natürlich auch wieder mit rein. Das Überdenken von gängigen Glaubenssätzen/Überzeugungen ist z.B. schon mal nicht verkehrt auf dem Weg hin zu deiner Kreativität. Ein Beispiel für einen solchen Glaubenssatz wäre: „Kreativität hat nur etwas mit Spaß und Freizeit zu tun, ist also maximal ein Hobby (für das ich eh keine Zeit habe) und die Leute, die beruflich kreativ sind, haben ja eh noch nie richtig gearbeitet… .“

Gegenbeispiel?

Und jetzt kommt mein Gegenbeispiel: Während ich diesen Artikel gedanklich schreibe, ich also sozusagen etwas für meine Arbeit tue, ist es halb neun am Sonntag morgen und ich laufe durch die kalte Winterluft zu einem Treffen mit Freunden. Plötzlich ploppt ein Gedanke auf: Einer, der noch mit rein soll in den Artikel. An welche Stelle er vermutlich am besten passt, präsentiert mir mein Kopf auch gleich noch mit (Ist das jetzt eigentlich Typ 2 ?).

Ne, Spaß bei Seite. Ich meine damit nur, dass es eben auch total ok ist, wenn du eher untypisch arbeiten möchtest. Und dass es Spaß machen darf oder eben, dass jeder seine Räume für Kreativität selbst schafft und entdecken sollte. Dass es da kein richtig oder falsch gibt. Setzt aber auch voraus, dass sich derjenige in sich selbst einfühlt, sich beobachtet und dass er sich Zeit gibt. Denn: wenn ich Jahrzehnte „geübt “ habe meine innere Stimme zu ignorieren oder dem Glaubenssatz zu folgenden: Arbeit ist hart und das ganze kreative Gedöns ist Kinderkram oder bestenfalls Hobby, dann werde ich nicht nach einer Woche spazieren gehen den ultimativen Kreativitätsschub erfahren (vermutlich). Gib dir Zeit und nimm Druck raus und „erlaube“ dir intuitive und große Gedanken, denn ein bisschen Spiritualität muss schon sein und erlaube dir auf jeden Fall auch Spaß! Denn sonst gibt es Kreativitätsblockaden.

Fazit

 

Schließlich bleibt für mich die Erkenntnis, dass ich diese Unterteilung der Kreativität eigentlich echt mag! Kreativität ist also kein unerreichbarer Zustand. Wusste ich´s doch! Jeder kann auf seine Weise kreativ sein und werden,wenn er die Verbindung zu sich selbst nur wieder und wenigstens ein bisschen zulässt. Und dass ich dir dabei helfen kann mit meiner Arbeit, das ist natürlich auch sehr cool.

Zu welcher Art von „Kreativen“ gehörst du? Meistens treffen ein bis zwei Arten auf einen selbst zu.

Schau einfach mal, was spontan kommt. Das ist schon richtig so und ja, das darf Spaß machen.

 

Und zweite Frage: Ist sie dir vielleicht verschütt gegangen deine Kreativität und weißt du nicht recht, wie du sie wieder ausgraben sollst? Dann lass uns doch mal schauen, ob ich dir helfen kann. Was meinst du?

1 Kommentar zu „Kreativität – Was ist das eigentlich?“

  1. Pingback: Zeig Dich! Das Problem mit der Sichtbarkeit - Ideenbrunnen

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